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Pfarrhof St. Martin - Gedanken der ausführenden Architekten

Generell verdient jedes Gebäude, entsprechend seiner Geschichte, einen gewissen Respekt es handelt sich um einen Zeitzeugen, der mehr oder weniger viel erlebt hat und entsprechend zu beachten und zu behandeln ist. Respektvoll und doch nicht ängstlich also mit dem richtigen Maß an Ehrfurcht an einen Umbau, Zubau, an eine Sanierung heranzugehen, ist die Aufgabe eines jeden Beteiligten (Bauherr, Planer, Handwerker ...) und stellt entsprechend d i e große Herausforderung dar, da es sich bei Nutzungsänderungen meist um Eingriffe in die Substanz handelt.

 

Viel Fingerspitzengefühl ist verlangt, wenn es um Entscheidungen wie Erhalten, Sanieren, Abbrechen, Verändern geht. Was muss, darf erhalten, abgebrochen werden? Dies ist oft eine Gratwanderung. Entsprechend groß sind die Herausforderungen.
Herausforderungen, wenn es sich um eine Bausubstanz mit speziellen Rahmenbedingungen handelt: Funktion und Nutzung in der Vergangenheit, dominante städtebauliche Stellung des Gebäudes, öffentliches Interesse ... Zu guter Letzt sind die Bemühungen um Konsens mit den Anliegen diverser Behörden wie z.B. Bundesdenkmalamt zu erwähnen, die die Aufgabe nicht einfacher, aber noch reizvoller gestalten.

 

All diese Parameter gilt es zu berücksichtigen, wenn ein historisches Gebäude Veränderungen erfährt. Diese sind besonders groß, wenn im Gebäude neue Funktionen untergebracht werden sollen. Dies hat größere Umstrukturierungen im Raumgefüge zur Folge, was mit entsprechendem Aufwand und Kosten verbunden ist. Dies wird zusätzlich durch neue Anforderungen an eine zeitgemäße Gebäudetechnik intensiviert. Zur Herausforderung in jeglicher Hinsicht wird das Ganze, wenn das Raumprogramm größer ist als die vorhandenen Möglichkeiten, d.h. das Gebäude müsste vergrößert werden. Diese Volumensänderung (Zubau) stellt im Allgemeinen die größte planerische Herausforderung dar.

 

Wir glauben, dass uns dies beim Pfarrhof in Form einer Dacherhöhung sehr gut gelungen ist. Die gewählte Form und Materialisierung geben dem Ganzen eine gewisse Selbstverständlichkeit, die den Bestand positiv beeinflusst. Durch diese Erweiterung und die funktionale Umstrukturierung der Grundrisse (Drehen und Verlegen des Stiegenhauses, Ausbau des Untergeschoßes, des Dachgeschoßes, Saal im 1. Obergeschoß ...) konnten die gewünschten Raumprogramme im Wesentlichen untergebracht werden.

Zu erwähnen ist auch die Gestaltung der historischen Fassade. Die Bemalung entspricht dem Originalzustand, der später übermalt und der Kirche angepasst wurde.

Architekt DI Michael Heim
Architekt DI Wolfgang Ritsch