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Haus Seefeld - heim+müller architektur in Dornbirn

Seefeld, Tirol


Ursprünglich war der etwas von der Straße zurückgesetzte Baugrund mit Altbestand versehen. "Das Haus wollten wir eigentlich renovieren", erzählt die Bauherrin, "doch schließlich mussten wir einsehen, dass es ein zu schwieriger Kompromiss ist, zu der Vorstellung, wie für uns passendes Wohnen sein sollte". Vor allem wünschte sich der zwei Meter große Bauherr hohe Räume, "das war mit bloßem Sanieren oder Umbauen einfach nicht durchgängig zu schaffen". Zudem gefiel ihnen ein nahe gelegenes Massivhaus als gradliniger Kubus, das Architekt Michael Heim vor kurzem für Freunde in Seefeld geplant hatte. Die Neubebauung des sehr schmalen und langen Grundstückes war eine Herausforderung, auch weil es zwischen großen ortsüblichen Hotelanlagen-Gebäudetypen situiert ist. Eine leichte Hangneigung wollte zudem tageslichtnützlich mitgedacht werden. Sie erhellt nun in Form eines Lichthofes einen westlich ausgerichteten Kellerraum.

  
SICHT ZU DEN BERGEN

Zwei Kuben bilden den s-förmigen Massivbau und die Hälfte des Flachdaches bildet eine perfekt von der Straße abgeschirmte Terrasse genau über der Garage und dem Gästetrakt. Von hier aus hat man die Seefelder Spitze im Blick, von der Ofenbank und dem Elternschlafzimmer aus bietet sich ein dörfliches Panorama bis zur Hohen Munde.

  
SCHINDELN IN SEEFELD?

Lärchenschindeln sind eigentlich nicht ortsüblich, aber durchaus berechtigt im mittelalpinen Raum. Die Bauherrin stammt aus dem Bregenzerwald und hegt eine Vorliebe für diese natürliche Fassadenart: "Glücklicherweise war auch mein Mann sehr angetan von dieser Idee, einem modernen Haus mit einer mit der Zeit schön silbrig patinierten Lärchen-Hülle. Die geschützten Teile der Fassade des Erdgeschosses hingegen tragen eine Lärchen-Rhombuslattung, die hell bleibt und so für einen interessanten Kontrast sorgen wird". Der Eingang auf der Ostseite führt in einen Windfang und ins Foyer, das von oben durch großzügige Verglasungen wunderbar hell wirkt. Massive Eichendielen sorgen auch im Innenbereich für Natur-Feeling. Wenige farbliche Akzente fügen sich zu einem ruhigen Ambiente, bei dem Offenheit und Transparenz zur Umgebung maßgeblich sind.

  

SEIDIGES WEISS IN DREI STUFEN

Die perfekt getischlerte Küche mit einer warmgewalzten Edelstahl-Arbeitsplatte verbirgt hinter der gebrochen weißen Front eine praktische Nische in Holz. Für die Brüstung der Treppe wurde eine passend weiße Plattenare verarbeitet und die Wände tragen die dritte Abstufung dieses seidigen Weiß aus einer speziellen englischen Farbmischung. Der dreijährige Sohn hat den für einen späteren Lifceinbau ausgesparten Platz bereits zum Spielen okkupiert. Er pendelt gern von der Couchzone vor dem Kaminofen, dann zur Terrasse vor dem Esstisch und auch zum Gästezimmer-Doppelbett, das klug mit einem separaten Eingang versehen wurde. Die Terrasse ist mit Thermoholz ausgelegt und mit einem Blumentrog - ebenfalls als Referenz an alte Schindelhäuser - allerdings in Cortenstahl - begrenzt. Fehle nur noch die Hausbank, denkt man sich - und siehe da - das höchst praktische Hochzeitsgeschenk an die Bauherren steht kommunikativ platziert an der Hauswand unter dem Vorsprung des Obergeschosses. Willkommen!

Bauzeit:
März 2015 - Juni 2016